Berg der Kreuze

Immer wieder sieht man unterwegs braune Schilder mit Hinweisen zu Sehenswürdigkeiten. Beschriftet sind sie in der jeweiligen Landessprache, die wir natürlich nicht verstehen.

Heute wollen wir einmal einem folgen. Es ist eine Fahrt ins Blaue. Wir haben absolut keine Ahnung was dort geschrieben steht.

Schon nachdem wir abgebogen sind, sind wir von dem schön geschnitzten Wegweiser überrascht.

Nach kurzer Strecke wieder ein Hinweis:

Beim Parkplatz ein Waldgeist und ein Fischungeheuer:

Wir gehen weiter und so langsam dämmert uns wo wir gelandet sind. Es ist ein Tierpark.

Hier sind Bären zu sehen.

Luchse, Eulen, Dammwild, Wildpferde, Mufflons, und viele Tiere deren Namen wir nicht übersetzen können. Gesehen haben wir nur die Tarpanpferde.

Ein wunderschön gestalteter Wildtierpark in absoluter Ruhe und Abgeschiedenheit. Der Abstecher über die Schotterstrasse hat sich gelohnt. Aber zur Tierbeobachtung muss man sehr viel Zeit mitbringen.

Wir haben lange überlegt ob wir uns den Berg der Kreuze ansehen sollen oder nicht. Wir haben uns dann doch dafür entschieden, zum einen weil es am Weg liegt, zum anderen weil es zu den Sehenswürdigkeiten Litauens gehört. Wir möchten uns selbst ein Bild davon machen.

Ich lasse hier die Bilder sprechen. Wir waren überwältigt und sehr berührt. Hinter jedem dieser unzählig vielen Kreuze stehen Menschen und Schicksale.

Diese Inschrift befindet sich unter dem Kreuz, das Papst Johannes Paulus II 1993 anlässlich seines Besuchs aufstellen liess.

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Aus Wikipedia:

1900 standen 150 und 1940 etwa 400 Kreuze auf dem Hügel. Nachdem die Sowjetunion im Juni 1940 Litauen okkupiert hatte und 1940/1941 und erneut von 1945 bis 1953 mehr als 100.000 Litauer nach Sibirien deportiert wurden, nahm das Aufstellen der Kreuze ab. Als nach Stalins Tod 1953 die Überlebenden unter den Deportierten nach und nach aus Sibirien zurückkehrten, stellten sie sogleich Kreuze zur Erinnerung an die im Gulag Verstorbenen auf. Ebenso errichteten viele politisch Gefangene und Gläubige weitere Kreuze. Dadurch wurde zunehmend der litauische Wallfahrtsort zu einem politischen Symbol gegen die kommunistische Herrschaft der Sowjets in Litauen. Der Hügel war daher zunehmend ein Dorn im Auge des kommunistischen Regimes in Litauen, und am 16. Juni 1959 befasste sich erstmals das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Litauens mit dem Hügel. Es wurde beschlossen, den angeblich heiligen Ort zu zerstören. Eine erste Vernichtungsaktion fand am 5. April 1961 statt. Hierbei wurden die Kreuze mit Bulldozern niedergewalzt, 2179 Kreuze vom Hügel geholt und die Holzkreuze verbrannt.[7] Eiserne Kreuze wurden zum Schrott gegeben, die Stein- und Betonkruzifixe zerschlagen, vergraben oder im nahe liegenden Bach versenkt.[8] Doch bereits in der nächsten Nacht wurden neue Kreuze errichtet. 1973, 1974 und 1975 wurden diese Zerstörungsaktionen des Regimes wiederholt, jedoch blieb der Kreuzzug der Kommunisten gegen den Berg der Kreuze erfolglos, wodurch der Berg zunehmend zum Symbol des nationalen Widerstands wurde.[7] 1990 soll es bereits 40.000 Kreuze auf dem Hügel gegeben haben. Zusätzlich stieg die Zahl der Kreuze als im Januar 1991 im Kampf um die nationale Unabhängigkeit Litauens vierzehn Menschen bei der Erstürmung des Fernsehturms in Vilnius durch sowjetische Spezialtruppen ihr Leben lassen mussten.[3] Anfang der 1990er Jahre wurde von Studenten der Universität Vilnius ein Versuch unternommen, die Zahl der Kreuze, die sich inzwischen auf einer Fläche von einem Hektar neben dem Hügel ausbreiten, zu bestimmen. Bei 50.000 Kreuzen haben sie zu zählen aufgehört.[6] Nicht mit einbezogen wurden damals die kleinen Kreuzanhänger und Rosenkränze, die an größere Kreuze gehängt werden. Diese verstärken die mystische Stimmung des Ortes, wenn sie schon bei leichtem Wind aneinander schlagen und dabei ein leises Geläut bzw. Klappern von sich geben.

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Marianne sagt:

    Ich fand diesen Berg der Kreuze auch sehr beeindruckend. Soviele Schicksale die sich darin verbergen…unbeschreiblich

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    1. Silverli sagt:

      Es waren auch viele Kreuze, die sehr künstlerisch gestaltet waren. Ganz feine Arbeiten. Und über die vielen Kreuze vom Kiosk konnte ich hinwegsehen. Aber auch sie haben ihre Berechtigung.

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  2. Gisela Bischoff sagt:

    Sehr beeindruckend!
    Eine gute Entscheidung, an diesem Ort zu verweilen!

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  3. ivagabondi sagt:

    Beeindruckend! Danke für den Bericht

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  4. Dietel und Jürgen sagt:

    Hallo Ihr beiden, Als wir unsere Rundreise damals gemacht haben, haben wir uns recht lange auf dem Berg der Kreuze bewegt. Es war so interessant, Wir haben dann auch ein Kreuz gebastelt und dort untergebracht. Es ist enorm, was Ihr alles so zu sehen bekommt. Wir bewundern Euch! Noch eine schöne Zeit und viele interessante Eindrücke.

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    1. Silverli sagt:

      Liebe Dietel, lieber Jürgen, man muss sich einfach lange dort aufhalten. Ich konnte mir das vorher gar nicht so vorstellen. Es war dort eine besondere Stimmung.

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