Tournus

Reisen ist das Zusammenraffen eines langen Lebens in die Spanne weniger Jahre und darum eine der heilsamsten Übungen für Herz und Hirn. Alphonse de Lamartine, Dichter aus dem Burgund

Wolli kann wieder laufen, das ISG ist stabil, keine Schmerzen mehr, wir fahren ins Burgund.

Wir lassen uns von unserem Navi leiten und der führt uns durch den schweizer und den französichen Jura. Eine wunderschöne Strecke. Unser Ziel ist Tournus. Wir haben den Ort schon oft besucht. Er ist uns vertraut und ist ein guter Ausgangspunkt für unsere Reise. Der Stellplatz an der Saone ist schnell gefunden und wir machen einen ersten Bummel durch den Ort, kaufen eine Flasche Chardoney für den Abend. Ja, und wer hätte das gedacht ???? Wir haben die Weingläser daheim vergessen. Nun müssen wir Biergläser nehmen.

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In Tournus gibt es kein Geschäft, in dem man eine SIM Card kaufen könnte. Also gehen wir nächsten Morgen zielstrebig zum Touristbüro. Dort gibt es WiFi.

Gegenüber vom Touristbüro befindet sich die Kirche St-Philibert. Es ist eine einmalig schöne frühromanische Kirche. Sie wurde ab dem Jahr 1000 auf den Resten einer älteren Kirche erbaut und ist sehr gut erhalten. Den Chor hat ein Goldschmiedemeister aus Georgien – Goudji – im Jahr 2000 sehr ideenreich gestaltet. Besonders beeindruckt mich das Lesepult. Auf den Flügeln eines Adlers befindet sich eine Plexiglasscheibe, die die Bibel hält. Der Adler ist aus Silber mit einer kupfernen Flügelkante.

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Als wir wieder draussen sind steht vor der Kirche eine kleine Gruppe – sechs Personen – von denen ein Mann mit grossem Wissen die Kirche und deren Baugeschichte erklärt. Meine Frage: „Dürfen wir uns anschliessen?“ wird bejaht und so erfahren wir viel Neues. Der Herr macht auf so viele Details aufmerksam. Wir sind sehr beeindruckt. Längs- und querführende Tonnen geben der Kirche Stabilität. Diese für die Zeit neue Bauweise hat aber keine Nachahmer gefunden. Man wollte zu der Zeit keine Kuppel bauen, weil man sich von den Moscheen abgrenzen wollte. (Ob das so ist? Habe ich noch nie gehört. Ich gehe dem noch nach.) Wir gehen in den oberen Stock des Seitenschiffs. Dort befindet sich die St-Martin Kapelle. Die war uns zuvor gar nicht aufgefallen.

Am Nachmittag besuchen wir das Velomuseum in Tournus. Mehr als 200 Velos sind hier ausgestellt. Was für ein Erfindergeist !!!

Ein Metzgermeister aus Tournus hatte 1960 auf dem Dachboden seines Elternhauses ein altes Hochrad gefunden und damit begann seine Velo-Sammelleidenschaft.

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Dies ist das erste Objekt der Sammlung

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Links die Draisine vom badischen Erfinder Karl Drais entwickelt.

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Ein ganz spezielles Rad. 1950 entwickelt. Es hat Vorder- und Kettenantriebe.

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In Kriegszeiten war der Kautschuk knapp und man hat sich mit verschiedenen Stahlfedern geholfen.

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Ein Velo ganz aus Kunststoff

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Kardanwelle statt Kette

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… und zum Schluss zeigt uns noch der Museumswärter wie man auf ein Hochrad auf- und absteigt und wie man damit fährt. Wir hätten es auch versuchen können.

 

 

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. ivagabondi sagt:

    Schön seid ihr wieder unterwegs! LG

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  2. Bischis sagt:

    Toll, dass wir wieder mit Euch fahren dürfen!
    Da freuen wir uns schon jetzt auf den November, wenn wir durch das Burgund fahren.!

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